In Mexiko, den USA und Europa wurden Menschen mit einem völlig neuen Influenza A Virus vom Subtyp H1N1 infiziert. Obwohl Schweinegrippevirus genannt, wurde der Erreger noch nie bei Schweinen festgestellt und überträgt sich von Mensch zu Mensch.
Das neue Influenza A/H1N1 enthält Erbinformationen von Influenzaviren des Typs A vom Schwein, vom Menschen und auch von Vögeln. Bereits seit längerem ist bekannt, dass Schweine als „Mischgefäss“ verschiedener Influenzaviren fungieren können. Das Virus kann bereits vor einiger Zeit auf den Menschen übergegangen sein und sich dann so verändert haben, dass es von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Risiken und Symptome
Während in Mexiko einige Infektionen mit Influenza A/H1N1 einen tödlichen Verlauf nahmen, wurde aus den USA eine vollständige Genesung der Patienten verlautbart. Die Symptome der Influenza A/H1N1-Infektion ähneln denen einer saisonalen Grippe: Plötzliches Fieber, Muskel-schmerzen, Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO gab bekannt, dass die Situation derzeit gemäss der internationalen Gesundheits-vorschriften als „public health emergency of international concern“ eingeschätzt wird. Dies ist vergleichbar der Situation beim Auftreten von SARS im Jahr 2003.
Die Übertragung der Influenza A/H1N1-Viren erfolgt wie die saisonale Grippe vorwiegend als Tröpfchen-Infektion, zum Beispiel beim Husten oder Niesen. Die Inkubationszeit beträgt ca. 7 Tage. Eine wirksame Impfung gegen diese Virusinfektion steht bisher nicht zur Verfügung.
Hygiene-Empfehlungen
Bei Verdacht auf eine Infektion mit Influenza A/H1N1-Viren, empfiehlt das Robert Koch-Institut, den betroffenen Patienten bis zur Einweisung in ein Krankenhaus bzw. bis zur stationären Ausnahme möglichst in einem separaten Raum, getrennt von anderen Patienten unterzubringen. Personen, die unmittelbaren Kontakt zum Patienten haben, sollen sich mit einem Schutzkittel, Einweghandschuhen und einem dichten, mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz schützen.
Bei dem Influenza A/H1N1-Virus handelt es sich um ein behülltes Virus, bei dem Desinfektionsmittel mit nach-gewiesener Wirksamkeit für das Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid“ zum Einsatz gelangen.
Desinfektionsmassnahmen
Händedesinfektion
Desinfektion der Hände nach direktem Patientenkontakt, Kontakt mit erregerhaltigem Material oder kontaminierten Objekten sowie nach Ablegen der Handschuhe vor Verlassen der Schleuse mit einem Desinfektionsmittel.
Flächendesinfektion
Tägliche Wischdesinfektion der patientennahen (Handkontakt-) Flächen (z. B. Nachttisch, Nassbereich, Türgriffe) mit einem Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit für das Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid“. Bei Bedarf sind die Desinfektionsmassnahmen auf weitere kontaminationsgefährdete Flächen auszudehnen. Medizinprodukte, die direkt am Patienten eingesetzt werden, sind patientenbezogen zu verwenden und müssen nach Gebrauch bzw. vor Anwendung bei einem anderen Patienten desinfiziert werden.
Weitere Empfehlungen sowie umfangreiche Informationen zum Umgang mit dem neuen Influenza-Virus halten das BAG unter
Schweineinfluenza A/H1N1 und das RKI bereit, u. a. in dem Statement „Schweinegrippe (Influenza A/H1N1):
Medizinisches Management bei Verdachtsfällen
Stand: 26.04.2009 18:45“
BAG Telefon-Hotline (während der Bürozeiten)
++41 (0)31 322 21 00
In der
Influenza A/H1N1-Desinfektionsmittelübersicht finden Sie Informationen über alle von BODE einzusetzenden Produkte sowie die erforderlichen Konzentrationen und Einwirkzeiten.
(Stand: Stand 28.04.2009)